Der Ghostwriter

Irgendwie ist dieser kürzlich im Tagi porträtierte Achim Pollert fast süss. Sicherlich ist es ihm nicht bewusst, dass er mit seiner Arbeit Beihilfe zu Delikten leistet. Und er scheint ziemlich stolz auf seine Arbeit zu sein. Ich finde, letzteres darf er durchaus. Aber auf akademische Titel und Grade soll man sich verlassen können. Plagiate und Ghostwriting sind Gift für die Wissenschaft und langfristig schlecht für die Reputation unserer Bildungsinstitute.

Herrn Pollert gebührt ein Doktortitel, im Zweifelsfall vielleicht ehrenhalber, aber letztlich hat er ja offenbar die dafür notwendige intellektuelle Leistung erbracht. Dies natürlich nur unter der Voraussetzung, dass er seine Arbeiten kenntlich macht. Und diejenigen an den Pranger stellt, die sich mit fremden Federn schücken.

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Akademische Freiheit, falsch verstanden.

“Von Verschulung der Lehrgänge, von zu hoher Arbeitsbelastung durch Prüfungen, sogar von der Bedrohung der akademischen Forschungs- und Lehrfreiheit ist im Zusammenhang mit der Studienreform Bologna die Rede. Studenten der Uni Zürich brachten es mit der Forderung «Für ein selbstbestimmtes Studium. Gegen die Bolognareform» kurz und knapp auf den Punkt, und auch Professoren stossen zum Teil ins gleiche Horn. Ein ungeliebtes Kind also, diese Reform. Doch eine genauere Betrachtung zeigt, dass nicht «Bologna» ein Problem an sich ist, sondern dessen Umsetzung an bestimmten Fakultäten.”

Soweit der Lead eines Artikels zur Studienreform, den ich kürzlich für die Zeitschrift die Politik verfasst habe. Im Namen der Freiheit wird die Freiheit einzelner Professoren bewahrt, die kollektive Freiheit des Forschungs- und Studienstandortes Schweiz aber gefährdet. Das Ziel der Reform ist nach wie vor, qualitativ hochwertige und spannende, aber auch anspruchsvolle Lehrgänge für interessierte und mobile Studierende zu realisieren, leider kollidiert dieses Ziel an einigen Fakultäten zu oft mit Partikularinteressen einzelner Lehrstühle. Deshalb stehen die Schweizer Uni-Leitungen heute in der Pflicht, die Reform rasch und ohne Qualitätsverluste in der Lehre zu realisieren. Der komplette Artikel ist auf der Website der Zeitschrift zu finden, viel Vergnügen bei der Lektüre.

[kompletter Artikel @ die-politik.ch]