Hate the electoral system in the U.S.?

The choice of the electoral system is never innocent. In fact, it shapes strongly the electoral outcome, as an article recently published by the Washington Post shows. As a political scientist, I regret that the authors ignore effects as for example the choice of the electoral system on the voter turnout, which may affect the result as well. Nevertheless, it remains a highly interesting simulation, illustrated with very strong maps.

Here’s who could have been President of the United States under other setups – a great contribution from the Washington Post you should not miss.

 

Umfragen als Basis für ein Prognosemodell der Nationalratswahlen 2015?

Wahlumfragen, so wie sie in der Schweiz üblicherweise gemacht werden, haben eine sehr schwache Aussagekraft als Prognosemittel. Seit Jahren warnen Politikwissenschafter öffentlich vor einer Überinterpretation von Umfragen, zuletzt Georg Lutz in der Tageswoche – leider ohne Wirkung. Zu verlockend sind die Zahlen, zu hoch ist der Druck bei Medienschaffenden, zumindest “etwas” sagen zu können.

Erstens gibt es zahlreiche methodische Mängel, zum Beispiel die fehlende Kontrolle der Wahlkreisgrösse oder der systematischen Verzerrung der Stichprobe durch die Umfrage per Telefon. Zweitens sind Umfragen Momentaufnahmen, keine Glaskugeln. Wenn sie als Grundlagen für Aussagen über  zukünftige Ereignisse herhalten sollen, dann sollte zumindest für Zeiteffekte kontrolliert werden, denn je näher die Wahlen kommen, desto sicherer werden die Wähler in Bezug auf ihren Wahlentscheid. Andreas Goldberg von der Uni Genf beschreibt in einem auf politikthink.ch veröffentlichten Artikel, wie man es richtig machen könnte – ein Schritt in die richtige Richtung, kurz und gut verständlich vorgestellt.

Trotzdem sind wir von zuverlässigen Prognosen noch weit entfernt. Die Unterschiede der Wähleranteile von einer Wahl zur nächsten sind relativ klein, oft betragen sie nur wenige Zehntel Prozentpunkte. Damit sind sie kleiner als die Fehlermargen des Prognosemodells. Hier gibt es also noch viel zu entwickeln und ich finde es toll, wenn sich zunehmend junge Forscher auf dieses Terrain wagen!

Wissenswertes zu Listenverbindungen

Was bringen Listenverbindungen? Und welche Listenverbindungen sind sinnvoll? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Parteileitungen ebenso intensiv wie Forscher. Daniel Bochsler ruft in einem heute im Tages-Anzeiger unter dem Titel „Die elf schlimmsten Fehler bei Listenverbindungen“ erschienenen Artikel die wesentlichen Dinge in Erinnerung, die Parteistrategen beim Aushandeln von Listenverbindungen beachten sollten. Lesenswert, nicht nur für Parteistrategen.

Zur Repräsentativität von Umfragen

Andreas Diekmann hat tausende Studierende auf ihrem Weg durch die Statistik begleitet, so auch mich. Sein Buch Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen ist ein Standardwerk der universitären Lehre in den Sozialwissenschaften. Gut und verständlich geschrieben hilft es beim Einstieg, aber es geht auch weit über das notwendige Minimum hinaus. Diekmann will aufklären, sein trockener Schreibstil und die Fokussierung aufs Wesentliche unterstreichen dies. Kürzlich hat er sich wieder einmal dem breiten Publikum zugewandt, und zwar mit einem Artikel im Tagi zur Repräsentativität von Umfragen. Lesenswert.

Miliz- oder Berufsparlament?

Mit Sarah Bütikofer verbindet mich die Erinnerung an eine gemeinsame Bürozeit an der Uni Zürich, eine grosse Neugier und die Tatsache, dass wir es ab und zu schaffen, dass unser Handwerk auch ausserhalb des Elfenbeinturms wahrgenommen wird.  Gestern hat der Bund auf der Basis ihrer Forschungsarbeit zum Schweizer Parlament und zum Milizcharakter unserer Parlamentarier einen lesenswerten Artikel veröffentlicht:  “Ein Abbild der Elite“, der Bund, 18. Dez. 2013

Veranstaltungshinweis: Die Geschichte Südafrikas in einer neuen Form

Wieder einmal ein Beitrag in meiner Lieblingsrubrik “spannende Arbeiten ehemaliger Studentinnen und Studenten”, diesmal verbunden mit einem Hinweis auf eine bevorstehende Veranstaltung in Basel:

Nach wie vor ist die Aufarbeitung der Geschichte Südafrikas heikel, ganz besonders, wenn es um Rassenfragen geht. Einen neuen Weg sind die Macher von Chimurenga, einem Magazin aus Kapstadt, gegangen. Sie haben eine Chronik in Form einer fiktiven, auf die Woche der Gewaltausbrüche von 2008 zurückdatierten Zeitung herausgebracht. Das Zentrum für Afrikastudien Basel bringt uns diese neue Form der Geschichtsschreibung und -verarbeitung näher, und zwar anlässlich einer Podiumsdiskussion am 2. November. Mit von der Partie sind  die Professoren Ute Holl, Elísio Macamo und Stephan Meyer von der Universität Basel und die beiden Chimurenga-Autoren Henri-Michel Yéré und Melanie Boehi.

Genaue Informationen zur Veranstaltung gibt es hier.

Mali – a surprising coup d’Etat?

Polling station, showing elector giving fingerprint
Polling station in the region of Sikasso, Mali during the 2007 parliamentary elections.

Five years ago, I had a great experience in observing the parliamentary elections in Mali. Affected in Sikasso, I was deeply impressed by the quality of the organization of the poll as well as by the deeply rooted public support for democracy.

So it was surprising for me to get the news about the coup d’Etat two weeks ago. Jonathan van Eerd, a PhD candidate and good old fellow who conducts his research work on democratization in Sub-saharian Africa, wrote a quite clear analysis about what happened in Mali. I would like to recommend this article to everybody interested in questions about stability and the importance of power balances in emerging and new democracies.